Das frei programmierbare Corrado Spoiler-Steuergerät

Schon recht lange hegte in mir der Wunsch ein Steuergerät zu entwickeln, bei dem die Aus- und Einfahrgeschwindigkeit einstellbar ist. In Foren wurde immer wieder eine uralte Anleitung für das alte Steuergerät, welches bis Ende 1990 in den Corrados verbaut wurde, bei dem das Steuergerät so modifiziert wurde, dass der Spoiler früher aus-, aber auch früher einfährt.

Also z.B. satt bei 120 km/h raus und 20 rein z.B. bei 90 raus und 30 rein. Dazu musste nur ein Widerstand ausgetauscht werden.
Beim neueren Steuergerät, welches in deutlich mehr Corrados (ab 02.01.1991) zum Einsatz kam, ging das nicht so einfach.
Daher sind viele auf die Steuergeräten von den US/Japan/Schweizer Modellen umgestiegen. Hier fährt der Spoiler schon bei 45 MPH (72 km/h) aus aber auch schon bei 25 mph (40 km/h) wieder ein.

Ich für meinen Teil wünschte mir ein Steuergerät, welches bei den rund 120 weiter ausfährt und bei rund 55 km/h wieder einfährt. Ich finde es bei Überlandfahrten mit Ortsdurchfahrten halt schön, wenn der Spoiler schon am Ortseingang wieder dezent auf der Heckklappe aufliegt.

Aber auch für die Corrado-Enthusiasten die mit einem US-Steuergerät zufrieden wären, ist es ja auch nicht mehr unbedingt so einfach ein Steuergerät zu ergattern.
Aber so oder so hat halt jeder seine eigenen Vorlieben. Deshalb machte ich mich dran dieses Steuergerät zu entwickeln.

Mit meinem Kumpel Andreas zusammen, entwickelten wir damals das Fensterhebersteuergerät. Er hat die Software und ich die Hardware gemacht. Es war eine wirklich tolle Zeit, die auch vermisse, aber irgendwie haben wir uns da leider auseinander gelebt. Er war damals auch nicht so sehr für das VSR und auch für das Spoilersteuergerät zu begeistern.

Daher musste ich mich näher mit der Programmierung von Mikrocontrollern beschäftigen. Ich ging die einzelnen Typen durch und bin dann doch wieder beim PIC hängen geblieben, als ich eine für mich geeignete Entwicklungsumgebung entdeckt hatte, die zu meinen rudimentären Kenntnissen in BASIC, VB, VBA, PHP und etwas C passte. Aber man wächst bekanntlich mit seinen Aufgaben.

Zunächst baute ich das Steuergerät grob auf einem Breadboard auf und programmierte dann dazu die Software.
Im Anschluss erstellte ich ein Platinenlayout. Dies alles ist soweit noch kein großes Problem gewesen, aber da ich den Anspruch hatte das Steuergerät vollständig Plug’n’Play zu erstellen, musste ein geänderter Deckel vom originalen Steuergerät her. Also geplant war, dass nur das alte Steuergerät ausgesteckt, das Gehäuse geöffnet werden muss, die alte Platine nebst Stecker rauziehen kann und das neue Steuergerät dann einfach in das originale Gehäuse geklipst wird. Im Anschluss kann das Steuergerät wieder in die originale Halterung gesteckt werden und der originale Stecker eingesteckt werden. Fertig.

Da ich aber mit der Entwicklung von 3D Objekten bisher wenig bis gar nix am Hut hatte, musste ich mich da ebenfalls einarbeiten. Zunächst habe ich den Stecker in einem Grafikprogramm zweidimensional in 3 Ansichten gezeichnet. Dann suchte ich nach Wegen daraus ein 3D Objekt erstellen zu können. Da habe ich dann tatsächlich nur ein Programm gefunden was das kann. Aber hier stieß ich leider auf so große Probleme, dass ich das als Sackgasse ansah. Als 2. Versuch habe ich dann direkt in einem 3D-CAD Programm den Deckel mit Stecker gezeichnet.

Das hatte dann besser geklappt als gedacht. Ich gab einem Bekannten die STL zum Drucken, weil ich selbst keinen Drucker besitze. Machte für mich keinen Sinn, da ich ja eh keine 3D Dateien erstellen konnte und nur stumpf Dateien aus dem Netz drucken, die andere erstellt haben, fand ich nicht sonderlich zielführend.

Dann noch kurz in den Keller zwei Platinchen fräsen und zusammengelötet.
Das Ergebnis ist nun nach einem langen und steinigen Weg so wie ich mir das Vorgestellt habe.
Ein Funktiontest im Auto hat das Steuergerät auch bestanden.
Mein Spoiler fährt jetzt bei 120 aus und bei 55 wieder ein 🙂
Und wenn ich da mal keinen Bock mehr drauf habe, setze ich einfach eine andere Geschwindigkeit.

Man kann die Ein- und Ausfahrgeschwindigkeit frei einstellen.

Dazu das Fahrzeug einfach mit gedrückter Spoiler-Ausfahrtaste starten. Den Taster wieder loslassen und das Steuergerät gibt mit ein paar Pieptönen an, dass es im Programmiermodus ist. Nun einfach so schnell fahren, bis die gewünschte Ausfahrgeschwindigkeit erreicht ist und den Ausfahrtaster nochmals betätigen. Das Steuergerät piepst dann wieder zur Bestätigung. Als Nächstes die Geschwindigkeit zum Einfahren halten und den Taster für das Einfahren des Spoilers betätigen. Das Steuergerät bestätigt dies ebenfalls mit einem Quittungston und überprüft die eingestellten Geschwindigkeiten auf Plausibilität, also ob die Ausfahrgeschwindigkeit höher als die Einfahrgeschwindigkeit ist. Ist dem so, werden die Werte dauerhaft abgespeichert und das Steuergerät wechselt in den Normalbetrieb.

Bei jedem Einschalten der Zündung mit gedrücktem Ausfahrschalter, wird das Setup-Menü aufgerufen. Es ist also jederzeit möglich, neue Geschwindigkeiten zu setzen.

Das manuelle Aus- und Einfahren ist jetzt auch etwas komfortabler. Es reicht hier ein kurzer Tastendruck aus, um den Spoiler ein- oder auszufahren. Möchte man den Spoiler nur ein Stück aus- oder einfahren, einfach den Taster nochmals drücken, dann bleibt der Spoiler stehen.

Bei Interesse an einem Steuergerät bitte ich um eine Nachricht via Kontaktformular.

In diesem Sinne – Spoiler’s Up!
Dirk